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Deutschsprachige Rechtsanwälte

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21.02.2018 - Artikel

I. Haftungsausschluß:

Diese Angaben erfolgen aufgrund von Informationen, der Botschaft / dem Generalkonsulat zum Zeitpunkt der Abfassung vorlagen. Die Angaben und insbesondere die Benennung der Anwälte und sonstigen Rechtsbeistände erfolgen unverbindlich und ohne Gewähr. Der Mandant hat für alle Kosten und Gebühren im Zusammenhang mit dem erteilten Mandat selbst aufzukommen.

II. Landesspezifische Besonderheiten

Gerichtsverfahren in Italien sind langwierig und kostenintensiver als in Deutschland. Sollte es zu einem Verfahren kommen, ist Folgendes zu beachten:

Grundsätzlich besteht vor den italienischen Gerichten Anwaltszwang (Onere del patrocinio), sodass sich die Parteien durch einen Avvocato vertreten lassen müssen.

Anders als in Deutschland, wo eine Rechtsanwaltskammer für jeden Bezirk eines Oberlandesgerichts besteht, gibt es in Italien eine Anwaltskammer (Ordine degli Avvocati) für jeden der insgesamt 140 Landgerichtsbezirke (Tribunale; www.ordineavvocati[...].it in Verbindung mit der jeweiligen Provinzhauptstadt oder der entsprechenden Abkürzung). Ausführliche deutschsprachige Informationen der Rechtsanwaltskammer Bozen sind im Internet unter http://www.ordineavvocati.bz.it/de/ abrufbar.

Die anwaltliche Vergütung (compenso) ist mit dem Mandanten im Zeitpunkt der Auftragserteilung unter Zugrundelegung eines Kostenvoranschlags – auf Wunsch schriftlich - zu vereinbaren, wobei grundsätzlich alle Vergütungsformen (Zeit- oder- Pauschal-, aber kein Erfolgshonorar) zulässig sind. Bei Fehlen einer Vereinbarung gelten die für die gerichtliche Kostenfestsetzung vorgesehenen Pauschalsätze, die sich nach dem Gegenstandswert richten (http://www.ordineavvocati.bz.it/de/buergerservice_anwaltskosten.php). Über die Homepage des Nationalen Anwaltsrates (http://www.consiglionazionaleforense.it/software-per-l-indicazione-del-compenso-di-massima) ist eine Online-Berechnung der voraussichtlichen Anwaltsvergütung möglich.

Umsatzsteuerrechtliche Gründe haben die im Vergleich zu Deutschland oft überraschenden Abrechnungsmodalitäten: In der Regel wird nämlich erst eine Pro-forma-Abrechnung (preavviso di parcella) vorgelegt und erst nach Zahlungseingang die entsprechende Rechnung (Parcella) nachgereicht.

Die Prozesskosten werden in Italien vom Gericht grundsätzlich - wie im deutschen Zivilprozess - zu Lasten der unterliegenden Partei (parte soccombente) festgesetzt. Bei Teilobsiegen bzw. –unterliegen soll in Italien seit einer Reform Ende 2014 wie die in Deutschland übliche Quotelung stattfinden.

Auch das italienische Recht kennt für In- und Ausländer Prozesskostenhilfe (Patrocinio a spese dello Stato, ehemals gratuito patrocinio). Voraussetzung für eine Bewilligung ist ein steuerpflichtiges Jahreseinkommen (reddito imponibile) von insgesamt maximal 11.528,41 Euro. Anders als in

Deutschland werden bei den italienischen Anwaltskammern für Prozesskostenhilfe gesonderte Verzeichnisse geführt. Nur für dort eingetragene Avvocati kann Prozesskostenhilfe beantragt werden. Weitere Informationen zur Prozesskostenhilfe in Italien sind im Internet unter

https://e-justice.europa.eu/content_legal_aid-55-de.do?clang=de https://www.giustizia.it/giustizia/it/mg_3_7_2.page  und http://ec.europa.eu/civiljustice/legal_aid/legal_aid_ita_de.htm  abrufbar.

III. Avvocati

Im Vergleich zu Deutschland ist die Anwaltsdichte in Italien mehr als doppelt so hoch (in Deutschland mit circa 82 Millionen Einwohnern sind über 165.000 Rechtsanwälte zugelassen, in Italien mit einer Einwohnerzahl von 61 Millionen rund 315.000).

Nachfolgend sind einige bei italienischen Gerichten zugelassene Rechtsanwälte im konsularischen Amtsbezirk der Botschaft in Rom und des Generalkonsulats in Mailand, die auch in deutscher Sprache korrespondieren, aufgeführt.

Liste der Botschaft Rom

Liste des Generalkonsulats Mailand


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