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Wissenschaft, Forschung, Technologie

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Einen allgemeinen Überblick über Forschung und Entwicklung in Italien können Sie der unten aufgeführten Themenseite entnehmen. Ausführliche Informationen zu forschungspolitischen Aktivitäten und Veranstaltungen, anstehenden Kongressen, Seminaren etc. in Italien bieten darüber hinaus die Internetauftritte der jeweiligen Institutionen, zu denen die nachfolgend gelisteten Links führen.

INFN - englische Sprachversion

CNR - englische Sprachversion

Kleiner Überblick über Forschung und Entwicklung in Italien

(Stand: Oktober 2021)

Die Ressortzuständigkeit für Forschung und Entwicklung (FuE) sowie Bildung liegt in Italien beim Ministerium für Universitäten und Forschung (Ministero dell'Università e della Ricerca, MUR). Ministerin ist seit 13.02.2021 Cristina Messa (parteilos).

Die Gesamtausgaben für FuE lagen 2020 bei knapp 25,4 Mrd. Euro (-3,4% gegenüber 2019: damals knapp 26,3 Mrd; +4,1% im Verhältnis zu 2018). Bezogen auf das BIP entspricht dies einem Anteil von 1,47% für 2019 und 1,53% für 2020. Wie in Deutschland (Anteil der durch Wirtschafts-Sektor getätigten FuE-Ausgaben 2019: 69%) entfällt auch in Italien der mit 55,9% in 2019 und 60,9% im Jahr 2020 größte Anteil der FuE-Ausgaben auf den Unternehmens-Sektor (insbesondere produzierendes Gewerbe; pandemiebedingt sanken allerdings die Unternehmensausgaben 2020 um 6,9% im Verhältnis zum Vorjahr).

Für 2021 wird laut nationaler Statistikbehörde ISTAT mit einem Anstieg der FuE-Ausgaben bei gemeinnützigen privaten Einrichtungen (+2,9%), öffentlichen Einrichtungen (+2,7%) und Wirtschaftsunternehmen (+6,2%) gerechnet. Daten zu Universitäten sind bislang noch nicht verfügbar.

Den gesetzlichen Rahmen für die Forschungspolitik in Italien bildet der 2020 verabschiedete nationale Forschungsplan „Programma Nazionale per la Ricerca“ (PNR) von 2021-2027, der private und öffentliche Forschungsprogramme und -finanzierung zur Erreichung der Sustainable Goals (SDGs) der Vereinten Nationen sowie der EU-Ziele in der Forschungspolitik (Next Generation EU) koordinieren soll.

Laut nationalem Recovery Plan soll die Forschung durch Investitionen i.H.v. 9 Mrd. Euro gestärkt werden. Leitlinien für die Durchführung von Ausschreibungen stehen fest und sollen demnächst veröffentlicht werden. Geplant ist:

  • Ermittlung von 5 „nationalen Champions“ in verschiedenen FuE-Bereichen
  • Auswahl von 12 Innovationsökosystemen mit Aktivitäten im Zusammenhang mit Hochschulbildung, angewandter Forschung, Innovation in bestimmten Bereichen. Ausweitung der Partnerschaften auf Universitäten, Ziel: bis max. 15 große grundlagenorientierte und angewandte Querschnittsprogramme mit interdisziplinärem Ansatz zu finanzieren.

Die Projekte werden nach transparenten Verfahren ausgewählt, die bis zum ersten Halbjahr 2022 abgeschlossen sein werden.
Italien hat im Ausland ein Netzwerk von etwa 25 Wissenschaftsattachés und 2 Raumfahrtattachés.

Bedeutendste öffentliche Forschungseinrichtung in Italien ist der Nationale Forschungsrat „Consiglio Nazionale delle Ricerche“ (CNR). Der CNR umfasst 88 Institute mit insgesamt über 8.500 Mitarbeitern, davon über 7.000 im Bereich Forschung oder Forschungsunterstützung beschäftigt. Der CNR spielt in der italienischen Forschung vor allem drei Rollen: 1. Förderung von Innovation und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen; 2. Technologie-Transfer, Wissensaustausch und Abschluss von Partnerschaftsabkommen mit externen Partnern; 3. Vergabe von Forschungsmitteln und Stipendien.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer staatlicher FuE-Einrichtungen:

  •  Italienisches Technologieinstitut IIT (Istituto Italiano di Tecnologia, Genua - https://www.iit.it/) - steht unter Aufsicht von MEF und MUR und wird überwacht durch den italienischen Rechnungshof.
  • Nationale Forschungs- und Entwicklungseinrichtung für neue Technologien, Energie und Umwelt ENEA (Ente per le Nuove Tecnologie, l'Energia e l'Ambiente - https://www.enea.it/it)

Forschungseinrichtungen, die der direkten Kontrolle durch das MUR unterstellt sind:

  • Consorzio per l’Area di Ricerca Scientifca e Tecnologica di Trieste – Area Science Park
  • Italienische Raumfahrtagentur ASI (Agenzia Spaziale Italiana)
  • Italienisches außeruniversitäres Forschungsinstitut für germanistische Studien (Istituto Italiano di Studi Germanici)
  • Nationales Institut für Astrophysik INAF (Istituto Nazionale di Astrofisica)
  • Nationales Institut für Höhere Mathematik „Francesco Severi“ INDAM (Istituto Nazionale di Alta Matematica)
  • Nationales Institut für Kernphysik INFN (Istituto Nazionale di Fiscia Nucleare)
  • Nationales Institut für Geophysik und Vulkanologie INGV (Istituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia)
  • Nationales Institut für Ozeanographie und Geophysik OGS (Istituto Nazionale di Oceanografia e di Geofisica Sperimentale)
  • Nationales Instititut für messtechnische Forschungen INRIM (Istituto Nazionale di Ricerca Metrologica)
  • Historisches Museum für Physik und Forschungszentrum „Enrico Fermi“
  • Zoologische Station „Anton Dohrn“ in Neapel

    sowie mit Schwerpunkten im Bereich Bildung/Dokumentation:
  • Nationales Institut für die Bewertung des Bildungs- und Ausbildungssystems INVALSI
  • Nationales Institut für Dokumentation, Innovation und erziehungswissenschaftliche Forschung INDIRE

Im Bereich der neuen Technologien und erneuerbaren Energien ist die unabhängige nationale Agentur ENEA (auch Bezeichnung: Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l'energia e lo sviluppo economico sostenibile) eine  wichtige Institution. Schwerpunkte ihrer Tätigkeit sind Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Atomenergie, Umwelt- und Klimaschutz, Gesundheit und Sicherheit, neue Technologien. 

Im Entstehen begriffen ist die neue Nationale Forschungsagentur (Agenzia Nazionale per la Ricerca, ANR), die die Forschung öffentlicher und privater italienischer Forschungsinstitute fördern und koordinieren soll.

Zwischen Deutschland und Italien besteht eine enge Forschungskooperation. Im Oktober 2021 gibt es 764 Forschungsvereinbarungen zwischen italienischen und deutschen Universitäten und Hochschulen (10 starteten in diesem Jahr neu). Daran beteiligt sind 71 italienische und 148 deutsche Einrichtungen. Einen Beitrag hierzu leistet auch der Verein Villa Vigoni am Comer See, der regelmäßig zu unterschiedlichen Forschungsfragen Konferenzen, Tagungen, Seminare und Workshops veranstaltet. Aufgabe des Vereins ist es, die deutsch-italienischen Beziehungen auf den Gebieten der Wissenschaft, der Bildung und der Kultur unter Einbeziehung der Wirtschaft, Gesellschaft und Politik zu fördern.

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