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Energie, Umwelt, Klima  und Technologie

Berlin

Berlin, © picture alliance

Artikel

Energie in Italien - kleiner Überblick

Die energiepolitische Situation Italiens ist durch eine hohe Importabhängigkeit geprägt. Im Jahr 2011 wurde 81% der Energieversorgung importiert. Prioritäten für die Zukunft werden bei der Verbesserung der Energieeffizienz, dem Ausbau der nationalen Erdöl- und Erdgasförderung sowie der Unterstützung des Baus von Gasleitungen nach Südeuropa gesehen, auch da von den bislang hohen Importkosten die Wettbewerbsfähigkeit der italienischen Wirtschaft tangiert wird. Die kostenintensive Subvention erneuerbarer Energien soll hingegen reduziert werden.

Besonders nach der Ablehnung der Kernenergie im Referendum vom Juni 2011 wurde die Nutzung erneuerbarer Energiequellen gefördert. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtkonsum erhöhte sich auf 24%. Das Ziel des Programms „Europa 2020“ von 17% wurde damit von Italien erreicht. Die größte erneuerbare Energiequelle ist in Italien die Wasserkraft. Im Jahr 2011 erhöhte sich zudem die Energieerzeugung durch Windkraft und Sonnenenergie. Im Vergleich zu 2008 konnte hier ein Anstieg um 108,6% verzeichnet werden.

Die Stromproduktion aus erneuerbaren Energiequellen (Wasser, Wind, Sonne, Geothermie und Biomasse) konnte im Jahr 2011 auf etwa 84.190 GWh gesteigert werden. Ihr Anteil an der Stromproduktion stieg von 35,6% in 2010 auf 36,7% in 2011. Jedoch spielt auch Kohle weiterhin eine wichtigere Rolle.14,6% des Stroms wurde in Italien 2011 durch Kohle produziert (2010: 12,8%). Der Anteil von Gas bei der Stromproduktion nimmt hingegen ab und fiel von 42,4% auf 40%.

1999 wurde durch ein Dekret festgelegt, dass alle Stromproduzenten einen bestimmten Anteil an Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen müssen. Dieser Anteil kann jedoch auch durch den Kauf von „grünen Zertifikaten“ gedeckt werden. Erzeuger von Strom aus erneuerbaren Energien können die „grünen Zertifikate“ beantragen und diese weiter verkaufen. Am 5. Mai 2011 wurde ein Dekret beschlossen, das die Fördersätze für die erneuerbaren Energien ab dem 1. Juni 2011 verringerte. Der vierte Energieplan „Quarto Conto Energia“ setzt seitdem die Fördersätze fest.

Technologie

    Italienisches Technologieinstitut IIT (Istituto Italiano di Tecnologia, Genua - https://www.iit.it/) - steht unter Aufsicht von MEF und MUR und wird überwacht durch den italienischen Rechnungshof.
    Nationale Forschungs- und Entwicklungseinrichtung für neue Technologien, Energie und Umwelt ENEA (Ente per le Nuove Tecnologie, l'Energia e l'Ambiente - https://www.enea.it/it)

Forschungseinrichtungen, die der direkten Kontrolle durch das MUR unterstellt sind:

    Consorzio per l’Area di Ricerca Scientifca e Tecnologica di Trieste – Area Science Park
    Italienische Raumfahrtagentur ASI (Agenzia Spaziale Italiana)
    Italienisches außeruniversitäres Forschungsinstitut für germanistische Studien (Istituto Italiano di Studi Germanici)
    Nationales Institut für Astrophysik INAF (Istituto Nazionale di Astrofisica)
    Nationales Institut für Höhere Mathematik „Francesco Severi“ INDAM (Istituto Nazionale di Alta Matematica)
    Nationales Institut für Kernphysik INFN (Istituto Nazionale di Fiscia Nucleare)
    Nationales Institut für Geophysik und Vulkanologie INGV (Istituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia)
    Nationales Institut für Ozeanographie und Geophysik OGS (Istituto Nazionale di Oceanografia e di Geofisica Sperimentale)
    Nationales Instititut für messtechnische Forschungen INRIM (Istituto Nazionale di Ricerca Metrologica)
    Historisches Museum für Physik und Forschungszentrum „Enrico Fermi“
    Zoologische Station „Anton Dohrn“ in Neapel

    sowie mit Schwerpunkten im Bereich Bildung/Dokumentation:
    Nationales Institut für die Bewertung des Bildungs- und Ausbildungssystems INVALSI
    Nationales Institut für Dokumentation, Innovation und erziehungswissenschaftliche Forschung INDIRE


Im Bereich der neuen Technologien und erneuerbaren Energien ist die unabhängige nationale Agentur ENEA (auch Bezeichnung: Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l'energia e lo sviluppo economico sostenibile) eine  wichtige Institution. Schwerpunkte ihrer Tätigkeit sind Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Atomenergie, Umwelt- und Klimaschutz, Gesundheit und Sicherheit, neue Technologien.

Zwischen Deutschland und Italien besteht eine enge Forschungskooperation. Im November 2022 gibt es 774 Forschungsvereinbarungen zwischen italienischen und deutschen Universitäten und Hochschulen (10 starteten in diesem Jahr neu). Daran beteiligt sind 71 italienische und 148 deutsche Einrichtungen. Einen Beitrag hierzu leistet auch der Verein Villa Vigoni am Comer See, der regelmäßig zu unterschiedlichen Forschungsfragen Konferenzen, Tagungen, Seminare und Workshops veranstaltet. Aufgabe des Vereins ist es, die deutsch-italienischen Beziehungen auf den Gebieten der Wissenschaft, der Bildung und der Kultur unter Einbeziehung der Wirtschaft, Gesellschaft und Politik zu fördern.

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