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Staatsangehörigkeit

Staatsangehörigkeitsausweis

Staatsangehörigkeitsausweis, © Ute Grabowsky / photothek.net

Artikel

Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit

I. Erwerbsgründe

Generell gilt im deutschen Staatsangehörigkeitsrecht das Abstammungsprinzip (Ius Sanguinis-Prinzip). Danach wird die deutsche Staatsangehörigkeit durch Abstammung von deutschen Eltern erworben ohne Berücksichtigung des Geburtsortes (§ 4 Abs. 1 StAG).

Neuregelung ab 01.01.2000:

Bei Geburt im Ausland wird die deutsche Staatsangehörigkeit nach 1. Geburt/Abstammung nicht mehr erworben, wenn der deutsche Elternteil nach dem 31.12.1999 im Ausland geboren wurde und dort seinen Aufenthalt hat.

Ausnahme:

Wenn der deutsche Elternteil die Geburt innerhalb eines Jahres bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung anzeigt.

Diese Regelungen werden also dann aktuell, wenn Deutsche, die nach dem 31.12.1999 im Ausland geboren wurden, ihre Kinder wiederum im Ausland bekommen.

Geburt / Abstammung

  • Als eheliches Kind eines deutschen Vaters
  • Als eheliches Kind einer deutschen Mutter (seit 01.01.1975)
  • Als eheliches Kind einer deutschen Mutter zwischen dem 23.05.1949 und dem 31.12.1974 nur dann, wenn die Mutter in der Zeit vom 01.01.1975 bis 31.12.1977 eine entsprechende Erklärung vor einer deutschen Auslandsvertretung abgegeben hat (Nachweis durch Urkunde). Diese Erklärung kann nicht nachgeholt werden
  • Als Kind einer mit dem Kindesvater nicht verheirateten deutschen Mutter
  • Als Kind eines mit der Kindesmutter nicht verheirateten deutschen Vaters bei Geburt des Kindes nach dem 01.07.1993: Vaterschaft muss nach deutschen Gesetzen festgestellt sein
  • bei Geburt des Kindes vor dem  01.07.1993 durch: 1) Legitimation: wenn eine nach deutschen Gesetzen gültige Vaterschaftsanerkennung vorliegt und die Kindeseltern vor dem 30.06.1998 heirateten / 2) Erklärung, die deutsche Staatsangehörigkeit erwerben zu wollen. Voraussetzungen: a) nach deutschen Gesetzen gültige Vaterschaft, b) dreijähriger rechtmäßiger Aufenthalt in Deutschland, c) Erklärung muss vor dem 23. Lebensjahr erfolgen.

Eine nach deutschen Gesetzen wirksame Legitimation

(bis 30.06.1998; ab 01.07.98 bei Heirat der Kindeseltern Erklärungsrecht)

Eheschließung

Die ausländische Frau eines deutschen Staatsangehörigen bei Heirat vor dem 31.03.1953.

Annahme als Kind (Adoption)

Eine nach deutschen Gesetzen wirksame Adoption durch eine/n Deutsche/n (seit dem 01.01.1977). Das angenommene Kind darf zum Zeitpunkt des Adoptionsbeschlusses das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

II. Verlustgründe

In der Zeit vom 01.01.1871 bis 31.12.1913:

Zehnjähriger Aufenthalt im Ausland ohne Eintrag in die Matrikel eines deutschen Konsulates;

Durch Nichtregistrierung haben automatisch auch die Ehefrau und die minderjährigen Kinder (damals unter 21 Jahre) des deutschen Staatsangehörigen die deutsche Staatsangehörigkeit verloren, wenn sie mit ihm im Ausland lebten.

Nichterfüllung der Militärpflicht

Ein militärpflichtiger Deutscher, geboren zwischen 1871 und 1885 mit dauerndem Wohnsitz im Ausland verlor am 01.01.1916 seine Staatsangehörigkeit, wenn er vom 01.01.1914 bis 01.01.1916 keine endgültige Entscheidung über seine Militärpflicht herbeigeführt hatte.

Einbürgerung/Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit auf Antrag/Verzicht:

Ein Deutscher wird auf seinen Antrag aus der deutschen Staatsangehörigkeit entlassen, wenn er den Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit beantragt und deren Verleihung ihm bereits zugesichert wurde.

Ein Deutscher verliert die deutsche Staatsangehörigkeit mit dem Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit, wenn dieser Erwerb auf seinen Antrag erfolgt. Der Verlust tritt nicht ein, wenn ihm vor Erwerb eine Beibehaltungsgenehmigung erteilt worden ist und der Erwerb innerhalb von zwei Jahren vom Ausstellungstag der Urkunde an erfolgte, die die Beibehaltung genehmigt. (Bis 31.12.1999 nur dann, wenn er im Inland keinen gewöhnlichen Aufenthalt hat).

Seit dem 28.08.2007 tritt kein Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit beim Erwerb der Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaates oder der Schweiz mehr ein.

Ein Deutscher kann auf seine Staatsangehörigkeit verzichten, wenn er mehrere Staatsangehörigkeiten besitzt.

Adoption (§ 17 Nr. 4 i.V. m. § 27 RuStAG)

Eine nach deutschen Gesetzen wirksame Adoption durch einen Ausländer ab 01.01.1977.

Legitimation (§ 17 Nr. 5 (alt) i.V.m. § 27 RuStAG)

Eine nach deutschen Gesetzen wirksame Legitimation durch einen Ausländer vor dem 31.03.1953 (Ausnahmen!)

Eheschließung (§ 17 Nr. 6 (alt) i.V. m. § 2 RuStAG)

  •  Eine deutsche Frau, die vor dem 23.05.1949 einen Ausländer heiratete (automatisch)
  • Bei Eheschließung zwischen dem 23.05.1949 und dem 31.03.1953 nur dann, wenn die Frau nicht staatenlos wurde.

Einbürgerung

Grundsätzlich kommt eine Einbürgerung nur im Inland nach einem mind. 8-jährigen Aufenthalt in Deutschland in Betracht.

Bei Personen, die nicht in Deutschland wohnen, ist eine Einbürgerung nur im Ausnahmefall möglich. Das über den Antrag entscheidende Bundesverwaltungsamt prüft bei jedem Antrag, ob ein öffentliches (staatliches) Interesse an der Einbürgerung besteht. Private Interessen werden lediglich nachrangig berücksichtigt.

Sofern keine Anhaltspunkte für ein öffentliches Interesse bestehen, wird aufgrund der Aussichtslosigkeit von einer Antragstellung, die zudem gebührenpflichtig ist, abgeraten.

Sofern trotzdem beabsichtigt wird, einen Antrag zu stellen, wird empfohlen, vorab eine direkte Anfrage an das Bundesverwaltungsamt (E-Mail: Staatsangehoerigkeit@bva.bund.de) zu richten.

Möglichkeit einer erleichterten Einbürgerung von Kindern deutscher Eltern, die nicht durch Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit erworben haben, gemäß § 14 Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG):

Lesen Sie mehr dazu

Der Antrag muss bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung gestellt werden, dieser wird dann an das über den Antrag entscheidende Bundesverwaltungsamt in Köln weitergeleitet.

Nähere Informationen erhalten Sie bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung oder
auf den Seiten des Bundesverwaltungsamtes


Staatsangehörigkeitsausweis - Nachweis über die deutsche Staatsangehörigkeit

Sollte Ihr Vater bzw. Ihre Mutter zum Zeitpunkt Ihrer Geburt und / oder danach im Besitz eines gültigen deutschen Reisepasses oder eines deutschen Staatsangehörigkeitsausweises gewesen sein, können Sie in der Regel direkt einen deutschen Reisepass für sich selbst beantragen.

Das Passformular sowie eine Liste der für den Antrag notwendigen Unterlagen finden Sie im Bereich
Passangelegenheiten.

Bitte informieren Sie sich bei einem Erstantrag unbedingt zuvor bei der für Sie zuständigen Auslandsvertretung.

Sollten Sie Ihre deutsche Staatsangehörigkeit von deutschen Großeltern oder Urgroßeltern ableiten, müssen Sie zuvor einen Staatsangehörigkeitsausweis beantragen. Diesbezügliche Antragsformulare sowie umfangreiches Informationsmaterial zu den Voraussetzungen entnehmen Sie bitte
der Internetseite des Bundesverwaltungsamts


Beibehaltung

Mehr­fa­che Staats­bür­ger­schaft ist in vie­len Fäl­len mög­lich

Lässt ein Deut­scher sich in ei­nem an­de­ren Staat ein­bür­gern, ver­liert er sei­ne deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit. Das kön­nen Sie nur ver­hin­dern, wenn Sie vor der Ein­bür­ge­rung ei­ne Bei­be­hal­tungs­ge­neh­mi­gung er­hal­ten ha­ben. Da­her soll­te der Bei­be­hal­tungs­an­trag im­mer zu­erst ge­stellt wer­den, al­so noch vor dem Ein­bür­ge­rungs­an­trag in dem je­wei­li­gen an­de­ren Staat.

Ei­ne Aus­nah­me gilt für Deut­sche, die sich in ei­nem EU-Staat oder in der Schweiz ein­bür­gern las­sen: In die­sen Fäl­len geht die deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit nicht ver­lo­ren, ei­ne Bei­be­hal­tungs­ge­neh­mi­gung ist da­her nicht er­for­der­lich (Rechts­la­ge ab dem 28.08.2007).

Möch­ten Sie ei­ne Bei­be­hal­tungs­ge­neh­mi­gung be­an­tra­gen und woh­nen Sie im Aus­land? Dann stel­len Sie Ih­ren An­trag bei der Bot­schaft oder dem zu­stän­di­gen Kon­su­lat. Von dort wird der An­trag an das Bun­des­ver­wal­tungs­amt wei­ter­ge­lei­tet. Im Ver­fah­ren müs­sen Sie glaub­haft ma­chen, dass Sie wei­ter­hin Bin­dun­gen an Deutsch­land ha­ben.

Wenn Sie in Deutsch­land woh­nen, wen­den Sie sich bit­te an Ih­re Stadt- oder Kreis­ver­wal­tung.

Bit­te be­ach­ten Sie, dass sich al­le Aus­sa­gen aus­schließ­lich auf das deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keits­recht be­zie­hen. Ob und un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen der an­de­re Staat die mehr­fa­che Staats­an­ge­hö­rig­keit zu­lässt, kann nur von den dor­ti­gen Be­hör­den ge­klärt wer­den.

Rechts­grund­la­ge: § 25 Ab­satz 2 Staats­an­ge­hö­rig­keits­ge­setz (StAG)

Fragen und Antworten zur Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit

Nichterwerb bei Geburt im Ausland

Bei Geburt im Ausland erwerben Kinder, deren deutsche Eltern oder deutscher Elternteil nach dem 31.12.1999 im Ausland geboren wurde(n) und zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes ihren / seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland haben / hat, nicht durch Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn sie durch Geburt eine ausländische Staatsangehörigkeit erwerben.

Nur wenn die Eltern innerhalb eines Jahres nach der Geburt des Kindes beim zuständigen Standesamt in Deutschland oder bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung einen Antrag auf Beurkundung der Geburt des Kindes im Geburtenregister stellen, erwirbt das Kind rückwirkend zum Zeitpunkt seiner Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit.

Beispielfall:

Herr A wird von seiner Firma im Jahr 1999 nach Spanien versetzt. Dort kommt am 01.02.2000 seine Tochter Klara auf die Welt. Die Familie kehrt nach einigen Jahren zurück nach Deutschland. Klara lernt im Jahr 2018 einen US-amerikanischen Staatsangehörigen kennen, mit dem sie in die USA zieht. Dort kommt am 01.01.2020 ihr Sohn zur Welt. Obwohl seine Mutter Deutsche ist, erwirbt er nicht durch Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit, da er durch Geburt in den USA die US-amerikanische Staatsangehörigkeit erwirbt.

Damit das Kind die deutsche Staatsangehörigkeit erwirbt, müssen Klara oder der Vater des Kindes beim zuständigen Standesamt in Deutschland oder der zuständigen deutschen Auslandsvertretung einen Antrag auf Beurkundung der Geburt ihres Kindes stellen. Wenn der Antrag fristgerecht und vollständig gestellt wird, kann dem Kind auf Antrag ein deutscher Pass ausgestellt werden.

Bitte beachten Sie: Von dieser Regelung können alle Deutschen (Expats und Auswanderer) betroffen sein, die selbst im Ausland geboren wurden und ein Kind im Ausland bekommen, unabhängig vom Grund und der Dauer ihres Auslandsaufenthaltes.

Merkblatt zum Nichterwerb der deutschen Staatsangehörigkeit für im Ausland geborene Kinder deutscher Eltern

Erwerb der italienischen Staatsangehörigkeit

Mit der Änderung des Staatsangehörigkeitsgesetzes (StAG) vom 28.08.2007 verliert ein deutscher Staatsangehöriger beim Erwerb der Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedstaats der Europäischen Union gem. § 25 Abs. 1 StAG nicht mehr seine deutsche Staatsangehörigkeit.

Zu Fragen des Erwerbs der italienischen Staatsangehörigkeit wird gebeten, sich an die zuständigen italienischen Behörden (Präfektur) zu wenden.